"Spioninnen- Mata Hari und andere Frauen in geheimer Mission"

Waldheim. Die Zschopaustadt sei seine heimliche Liebe, bekannte Hagen Kunze am Sonntag im Rathaussaal. Denn zwei Jahre nach der ersten erfolgreichen Lesung am gleichen Ort hatte der Förderverein den Autor wieder zu einer Veranstaltung geladen. Und auch sonst macht er an der Zschopau gern Station – als Moderator der Neujahrskonzerte beispielsweise. 

Nach den „Geheimnissen der Familie Bach“ stand diesmal nun ein nicht-musikalisches Thema im Vordergrund. „Spioninnen: Mata Hari und andere Frauen in geheimer Mission“ heißt Kunzes jüngstes Buch, das aus Anlass des 100. Todestages der sagenumrankten Tänzerin und Spionin vor wenigen Monaten erschienen ist und das neben einem Porträt der Namensgeberin auch noch eine Reihe weiterer Agentinnen des 20. Jahrhunderts in den Fokus rückt. So zum Beispiel Ruth Fuchs, eine kaum bekannte 23-Jährige, die – soviel darf als gesichert gelten – den entscheidenden Anstoß dafür gab, dass die Japaner am 7. Dezember 1941 in Pearl Harbour die komplette amerikanische Pazifikflotte zerstörten.

Knapp 60 Besucher lauschten den spannenden und verruchten Geschichten um verratene und verratende Frauen, um „Honigfallen“ und „Romeos“. Und sie wurden im Laufe der 90 Minuten gut unterhalten, denn unterbrochen wurde die Lesung immer wieder von Jazz-Improvisationen, für die Johannes Kunze, Sohn des Autors und Schüler am renommierten Zwickauer Musik-Gymnasium, sorgte. Für die beiden war dies auch eine Premiere. Denn obwohl „Spioninnen“ bereits in zahlreichen Lesungen solistisch präsentiert wurde, stand hinter dem gemeinsamen Auftritt eine neue Konzeption, die im Laufe der nächsten Woche so nun auch bei „Leipzig liest“ zu erleben ist.

Im Anschluss an die Veranstaltung signierte der Autor dann noch Bücher und plauderte mit Besuchern über das Gehörte. „Wir freuen uns über den großen Besucherzuspruch“, erklärte Kathrin Schneider vom Förderverein. Denn die Zuhörer haben an diesem Abend nicht nur auf unterhaltsame Weise Neues aus der Welt der Geheimdienste erfahren. Sie haben auch ein gutes Werk getan: Ein Teil des Eintrittsgeldes kommt wie immer der Sanierung der Stadtkirche zugute.

 

Eine weitere Lesung zu „Spioninnen“ gibt es am Freitag, 23.3., 19.30 im Gemeindehaus Technitz 

Fotos: L. Friedrich