Die Geheimnisse der Familie Bach mit Hagen Kunze

Es wurde richtig eng bei der jüngsten Veranstaltung des Fördervereins zur Sanierung der Stadtkirche Waldheim
am Sonntagabend: Schon vor Beginn waren die 60 Plätze im Rathaussaal belegt, auf zusätzlichen Stühlen und
der geöffneten Empore lauschten schließlich mehr als 80 Zuhörer der musikalisch-literarischen Veranstaltung
mit dem Musikpublizisten Hagen Kunze. Der ist in Waldheim kein Unbekannter mehr, war er doch bereits in
verschiedenen Kirchenkonzerten zu Gast und hatte zuletzt das Neujahrskonzert moderiert.„Die Geheimnisse
der Familie Bach“ nannte Kunze seine Lesung, bei der er selbst auch am Klavier für die musikalische
Umrahmung sorgte. Im Mittelpunkt stand dabei die Geschichte der Bach-Familie, die vom 16. Jahrhundert bis
ins frühe 19. Jahrhundert hinein die Musikgeschichte einer ganzen Region prägte und deren berühmtester
Vertreter Johann Sebastian schließlich sogar Thomaskantor in Leipzig war. Dass dieser jedoch keineswegs als
einzigartiges Genie im luftleeren Raum schwebt, wurde im Laufe der unterhaltsamen 80 Minuten deutlich:
Kunze stellte vergessene Vorfahren vor, beschrieb Familienstrukturen und führte die Zuhörer so in die Welt der
Musik früherer Jahrhunderte ein.Musikalische Klammer war das „Notenbüchlein für Anna Magdalena Bach“,
das der berühmteste aller Bachs für seine zweite Ehefrau schrieb. Dass es sich bei der Sammlung um weit mehr
als pure Klavierschülerliteratur handelt, wurde im Laufe des Abends deutlich: Das Notenbüchlein vereint frühe
Eigenkompositionen von Bach-Söhnen mit Werken, die der Ehefrau gewidmet sind, ist so zugleich
Familienstammbuch und Liebeserklärung.Im Anschluss an die Veranstaltung signierte der Autor dann noch
eigene Bücher und plauderte mit Besuchern über das Gehörte. „Wir freuen uns über den großen
Besucherzuspruch“, erklärte Kathrin Schneider vom Förderverein. Denn die Zuhörer haben an diesem Abend
nicht nur auf unterhaltsame Weise Neues aus der Welt erfahren. Sie haben auch ein gutes Werk getan: Ein Teil
des Eintrittsgeldes kommt wie immer der Sanierung der Stadtkirche zugute.

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